Geschichte der Raffinerie Heide in schwarz-weiß

Die Geschichte unserer Erdölraffinerie in Hemmingstedt Mineralöl – seit 1856 ein Thema in Dithmarschen und Schleswig-Holstein

Obwohl die Raffinerie Heide in ihrer heutigen Form erst seit 2010 besteht, schauen wir doch auf eine Geschichte zurück, die vor mehr als 150 Jahren mit dem Fund ölhaltiger Sande in Hemmingstedt begann. Begleiten Sie uns bei unserer Bohrung in die Tiefen der Historie des Mineralöls in Dithmarschen und einer der bedeutendsten Erdölraffinerien in Deutschland.

  1. 2015

    Erfolgreicher Übergang in die Selbstständigkeit.

    Die Raffinerie Heide hat den Ausbau des Geschäfts gemeistert und sich in Bezug auf die Themen Rohölauswahl, Ausbeutestruktur und Kundenorientierung enorm entwickelt.

  2. Raffinerie Heide Übernahme durch Klesch Group

    2010

    Übernahme der Raffinerie Heide durch die Klesch Group, Genf. Umfangreiche Umstrukturierungen in Produktion und Verwaltung sorgen dafür, dass die Raffinerie künftig vor allem als Versorger der Region Norddeutschland fungieren kann und passgenaue Produkte für lokale Verbraucher und Unternehmen liefert.

  3. 2009

    Die Raffinerie Heide beliefert den angrenzenden Gewerbepark Westküste mit Heizenergie aus überschüssiger Abwärme. Die Firma Vitarom Frischgemüse GmbH erzielt damit beispielsweise in ihren Gewächshäusern die richtige „Wachs- und Erntetemperatur“ für 185.000 Paprika- und Tomatenpflanzen. So schafft unsere Wärmelieferung weitere Arbeitsplätze in Schleswig-Holstein.

  4. 2004

    Shell Deutschland Oil GmbH wird neuer Alleineigentümer. Durch zahlreiche Investitionen in Sicherheit und Produktion gehört die Raffinerie zu den modernsten Anlagen Europas.

  5. Raffinerie Heide zusammen betrieben durch Dea und Shell

    2002

    DEA Mineralöl GmbH und Shell Deutschland Oil GmbH betreiben die Raffinerie als gemeinsames Joint Venture.

  6. 1998

    Komplette Modernisierung der Anlagen. Ein neu erbauter Hydrocracker erlaubt eine bis dahin nicht gekannte Produktausbeute. Weitere Baumaßnahmen sorgen für eine deutliche Verbesserung des petrochemischen Angebotes der Raffinerie Heide.

  7. 1989

    Zusätzliche Entschwefelungsanlagen sorgen für „gute Luft“ in Dithmarschen.

  8. 1988

    Der Energiekonzern RWE übernimmt im Juni die Deutsche Texaco AG. Der Konzernbereich Mineralöl – und damit auch die Raffinerie Heide – firmiert fortan unter RWE Dea AG.

  9. 1987

    Eine Anlage zur thermischen Aufbereitung verringert den Anteil an nicht weiter nutzbarem schwerem Heizöl.

  10. 1980

    Aufbau einer Anlage zur Produktion von hochoktanigem Benzin, dem kein Blei zur Klopffestigkeit mehr beigemischt werden muss.

  11. 1976

    2 Pipelines beliefern das Schwimmbad der Gemeinde Hemmingstedt kostenlos mit 45 Grad heißem Wasser und sorgen so für niedrigere Eintrittspreise.

  12. 1973

    Inbetriebnahme einer weiteren Rohöl- und Vakuumdestillationsanlage mit zugehöriger Schwefelgewinnung. Die Kapazität der Raffinerie liegt nun bei 5,6 Millionen Tonnen Rohöl im Jahr. Aufgrund der aufkommenden Ölkrise wird diese Leistung aber nie mehr erreicht.

  13. 1967

    Übernahme durch die Texaco AG.

  14. 1956

    Erste petrochemische Anlagen (Aromaten).

  15. Raffinerie Heide Pipelinebau

    1953

    Bau einer ersten Rohölpipeline zwischen Brunsbüttel und Hemmingstedt mit einer Kapazität von 1,5 Millionen Tonnen Rohöl pro Jahr.

  16. 1952

    Inbetriebnahme der ersten katalytischen Crack-Anlage Deutschlands.

  17. 1949

    Stilllegung des Bergbaubetriebes und Ende des Ölkreideabbaus in Heide. Beginn des Aufbaus zur reinen Raffinerie.

  18. 1947

    Wiederaufbau der noch nutzbaren Anlagen.

  19. 1944

    Zerstörung der Raffinerie durch mehrere Bombardements.

  20. 1940

    Geburtsstunde des Raffineriestandortes Heide. Die Nachfrage der Marine nach Treibstoffen gibt den Anstoß zum Bau der ersten kontinuierlich arbeitenden Rohöldestillation in Hemmingstedt. Bau von 2 Rohöldestillationsanlagen mit einer Kapazität von 100.000 Tonnen jährlich.

  21. 1935

    Die Bohrung „Holstein 2“ trifft in 400 Meter Tiefe auf flüssiges Öl. Die Förderkapazität steigt bis 1940 auf 231.347 Jahrestonnen.

  22. 1922

    Der Betrieb erhält den neuen Namen Holsteinische Erdölwerke GmbH, Hauptanteilseigner bleibt die DPAG.

  23. 1919

    Die DPAG, ein Tochterunternehmen der 1911 gegründeten DEA, wird neuer Eigentümer der Bergwerksbetriebe zum Abbau von Ölkreide.

  24. 1880

    Gründung einer Ölgrubengesellschaft zum bergmännischen Abbau der „Heider Ölkreide“.

  25. 1858

    Gründung der „Asphaltgrube und Photogen-Fabrik zu Heide“ (1866 wegen zu hoher Konkurrenz aus den USA wieder geschlossen).

  26. 1856

    Der Landwirt Peter Reimers entdeckt ölhaltige Sande auf seinem Besitz.

Pionier Dr. Ludwig Meyn

1820 geboren in Pinneberg als Sohn eines Arztes.

1840 Studium der Naturwissenschaften in Berlin und Privatdozent für Gesteins- und Bodenkunde.   

1856 erste gezielte Erdölbohrung Deutschlands in Lieth in Dithmarschen.

Er kocht aus bitumenhaltigen Sanden ein Schweröl und destilliert daraus Leuchtpetroleum.

1865 Entdeckung eines Ölkreidelagers in 160 m Tiefe.

1878 verstarb er in Hamburg.

nach oben